Michaeliskirche

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Baugeschichte

1896
Einführung des Kirchenvorstandes
(ehemals Nordparochie der St.-Thomas-Kirchgemeinde)

1900
Festlegung eines Kirchenbauplatzes
(nördlicher Teil des Nordplatzes).

Ausschreibung eines Wettbewerbs
(teilnahmeberechtigt waren alle Architekten im Deutschen Reich).

Wettbewerbsbedingungen:

  • freie Wahl des Baustils außer Gotik
  • Kirchenschiff mit 1000 Plätzen
  • Altarraum mit Stellmöglichkeit für 200 Stühle
  • Orgelempore mit Choraufstellung
  • drei Sakristeien
  • Versammlungsraum für Teilnehmer von Hochzeiten
  • Baukosten: 350.000 Mark.

Der dritte Preis für das Architektenbüro Heinrich Rust und Alfred Müller, Leipzig, wurde zur Ausführung empfohlen, allerdings mit Veränderungen.

1901
Erster Spatenstich
Grundsteinlegung

1902
Richtfest

1903
Turmbekrönung

1904
Einweihung als Michaeliskirche
Baukosten: 507.328,04 Mark

1943
Kriegsverlust: Kirchenfenster im Kirchenschiff

1978
Innenerneuerung (Entfernung des Gestühls unter den Seitenemporen, neue Beleuchtung, Ausmalung) unter Leitung von G. Pasch

1994/96
Außeninstandsetzung
(außer Nordvorbau)

1996/99
Orgelrestaurierung

Beschreibung

Die monumentale Sakralarchitektur der Michaeliskirche in städtebaulich herausragender Lage bildet den nördlichen Abschluss der Nord-Süd-Hauptachse des Leipziger Stadtzentrums.

Die Kirche steht in Nord-Süd-Richtung mit dem Turm und der Haupteingangsfront im Süden. Die Bauformen zeigen individuell behandelte Neorenaissanceformen mit Jugendstilelementen.

Der breitgelagerte Turm entwickelt sich über eine achteckige Form in eine geschweifte Haube mit Laterne und gestaffeltem, geschweiftem Abschluß bis zum Turmkreuz in 70 m Höhe. Das Kirchenschiff besitzt einen kreuzförmigen Grundriss und wird im Norden von Kapellen flankiert. Den Bau prägt eine Sandsteinarchitektur, deren plastische Durchgestaltung durch Oberflächenstruktur und bauplastischen, figürlichen Zierrat sehr variantenreich darstellt. Den Kreuzungspunkt des Dachfirstes schmückt ein Dachreiter. Die Dächer sind mit Naturschiefer gedeckt, Dachreiter und Turm hingegen mit Kupferblech. Die Portalzone des zweiteiligen Hauptportals schließt eine Sandsteinstatue des Erzengels Michael ab (Bildhauer Arthur Trebst, Leipzig).

Den zentralisierenden Innenraum unterstreichen Rippennetzgewölbe und Gurtbögen in Stucktechnik. Säulen aus Rochlitzer Porphyr tragen die dreiseitigen Emporen.

Stein-, Stuck- und Holzelemente sind reich geschmückt mit ornamentalen, pflanzlichen und tierischen Elementen sowie Engelköpfen. Die Weinreben- und Rosenmotive kehren auch in der Ausmalung des Chorraumes wieder. In der Innengestaltung vereinen sich stilistische Elemente der deutschen Renaissance, des Neobarock, der Neogotik und des Jugendstils.

Die Glasmalereien im Chorraum (Christgeburt, Kreuzigung, Auferstehung) sind von der Dresdner Firma Bruno Urban nach Entwürfen Ludwig Ottos (1850-1920) geschaffen worden.

Der Altar besteht aus verschiedenfarbigem Marmor und ist als barockisierende Pilasterarchitektur mit Rundbogenfeld gestaltet, dessen Mosaik eine Strahlenglorie zeigt (Firma John + Sohn, Leipzig).

Die hölzerne, aus dem Achteck gebildete Kanzel am östlichen Chorbogenpfeiler in neobarocken Formen weist als Schmuck Rosenstockmotive auf und wird durch einen kronenartigen Kanzeldeckel mit Kreuz abgeschlossen (Firma Heinrich Behr). Das mit Weinlaubschnitzereien versehene hölzerne Lesepult stellte die gleiche Firma her.

Der Taufstein im Altarraum ist wie der Altar aus Marmor. Architekt Alfred Müller entwarf eine gedrungene Kelchform mit reicher Profilierung und wappenförmigen Schilden (Ausführung Firma Einsiedel, Leipzig).

Das hölzerne Bankgestühl (Eiche) weist kunstvoll geformte Bankwangen mit geschnitzten Ornamenten auf (Firma Alfred Leine).

Die Orgel auf der rückwärtigen Empore ist ein Werk von der Firma Sauer (Frankfurt/ Oder). Das reich geschnitzte dreiteilige Gehäuse bildet einen blühenden Rosenstock nach und ist von einem Engelskopf bekrönt (Entwurf: Bildhauer Rummel, Fertigung: Tischlermeister Gustav Heinrich, Leipzig) die pneumatische Orgel besitzt 46 Register. Sie ist in den Jahren 1996/99 restauriert worden.

Die Michaeliskirche stellt im Leipziger Sakralbau das interessanteste Bauwerk in der Verbindung des späten Historismus mit Elementen des Jugendstils dar. Die Architekten gestalteten sie überreich durch bauplastische Elemente aus, die sogar die Beleuchtungskörper umfassen. Bis auf die Fenster im Kirchenschiff ist das Bauwerk vollständig erhalten und im Laufe des letzten Jahrhunderts nur durch sehr behutsame Maßnahmen verändert worden (z. B. Entnahme der Bänke unter den Seitenemporen, Ergänzung der Beleuchtung durch Glaskugelpendel). Damit war die Michaeliskirche mit ihrer Fertigstellung ein Abbild der bürgerlichen Einwohnerschaft in der unmittelbar am Stadtzentrum anschließenden Nordvorstadt um 1900.

Klingender Stahl in luftiger Höhe – Die Glocken

Infolge der Einschmelzung von Glocken mußten nach dem Zweiten Weltkrieg in vielen Kirchen die Geläute erneuert werden. So auch in der Michaelis- und in der Friedenskirche, die beide 1955 durch die Firma Schilling in Apolda neue Stahlgußglocken erhielten. „Die gewichtigste Arbeit war dabei am Nordplatz zu leisten, … diese vier Glocken mit insgesamt 78 Zentnern Gewicht stellen eines der größten Kirchengeläute Leipzigs dar.“ (LVZ, 30.10.1955)

45 Jahre nach der „Glockenweihe“ am Reformationstag 1955 konnte das Geläut der Michaeliskirche einer Verjüngungskur unterzogen werden. An Glocken und Glockenstuhl wurde dem Rost zu Leibe gerückt. Motoren, Lager und andere mechanische Teile ausgewechselt und alles mit einem neuen Farbanstrich versehen. Ebenfalls konnte eine Automatik eingebaut werden. Dadurch ist es jetzt möglich werktags (8.00 Uhr, 12.00 Uhr, 18.00 Uhr) mit den Glocken zu läuten. Nach alter Tradition stehen auf den Glocken Bibelverse, welche jetzt wieder gut zu lesen sind.

Große Glocke (Ton es, 2050 kg) Röm. 3, 28: „So halten wir nun dafür, daß der Mensch gerecht werde, ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben.“

Mittlere Glocke (Ton g) 1. Joh. 4, 19: „Lasset uns ihn lieben; denn Er hat uns zuerst geliebt.“

Kleine Glocke (Ton b) 1. Petr. 1, 13: „Setzet eure Hoffnung ganz auf die Gnade, die euch angeboten wird durch die Offenbarung Jesu Christi.“

Kleinste Glocke (Ton c, 350 kg) Phil. 4, 4: „Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: freuet euch.“

Dass dieses Werk gelingen konnte, dafür sei allen Dank, die durch ihre Spende bzw. ihren Beitrag im Förderverein Michaeliskirche e.V. geholfen haben, die Summe von 27 000 DM aufzubringen.

So lassen Sie sich durch den Ruf der Glocken einladen zu Gottesdiensten, Kirchenkonzerten, Taufen, Trauungen usw. oder innezuhalten im Gebet.

Ich wünsche uns, dass die Glocken immer zum Lobe Gottes erschallen.

Andreas Bergmann
Gemeindeblatt 12/2000-01/2001