Gemeindeentwicklung

20 Jahre Michaelis-Friedens-Kirchgemeinde Leipzig

Tilo Wille, Vorsitzender des Kirchenvorstands, zum Gottesdienst am 03.02.2019

Wie heute standen Ende der 1990er Jahre Leipziger Gemeinden vor dem Druck, organisatorisch effektiver zu werden. Viele Gemeinden beschlossen lockere Bünd­nisse (Schwesterkirchverhältnisse, Kirchspiele). Die Gohliser Friedenskirchgemein­de und die Michaeliskirchgemeinde der Nordvorstadt gingen den mutigen Schritt der Vereinigung. Das bedeutete durchaus schmerzhafte Einschnitte für Mitarbeite­rinnen und Mitarbeiter. Es blieben 2 von 3 Pfarrstellen (nach Weggang von Pf. Junghans noch 1,5 Pfarrstellen), einer von 2 A-Kantoren, Gemeindepädagoginnen dito, nur noch 1,5 Stellen im Gemeindebüro. Noch schmerzlicher war für Viele die Entscheidung für eine  Hauptgottesdienstkirche, die Michaeliskirche. Die Nutzung des Friedens-Gemeindehauses als Gemeindezentrum brachte wohl Vorteile, aber auch Eingriffe in Gewohnheiten.

Was haben wir erreicht?

Ich bin Ende 2001 in eine bunte, aktive Michaelis-Friedens-Gemeinde gekommen und muss schon staunend und auch etwas stolz eine Entwicklung konstatieren, an der die ganze Gemeinde aktiv mitgewirkt hat und die durch mutige Entscheidungen des Kirchenvorstands getragen wurde. Dafür möchte ich der Gemeinde im Namen des Kirchenvorstands herzlich danken.

Von 3194 Mitgliedern 1999 ging es bis 2002 erst mal auf  2837 Mitglieder zurück. Seitdem wächst unsere Gemeinde wieder bis auf 3848 Mitglieder 2018.

Noch 1999 hat sich der Friedenskirche Leipzig Gohlis e.V. gegründet, der bis 2015 für den Erhalt und die Belebung der Friedenskirche gewirkt hat. Wir haben den Kin­dergarten Elsbethstift erhalten und weiterentwickelt und bis 2015 den quasi famili­ären Michaeliskindergarten erhalten. Dieser wurde dann in den neuen großen Mi­chaelisKinderGarten integriert, was für unsere Gemeinde ein großer Entwicklungs­schritt war.

Seit Ende 2007 haben wir eine beheizte Michaeliskirche. Auch das war sehr wichtig für die Gemeindeentwicklung, die Winterkirche im Gemeindehaus platzte aus allen Nähten. Wir haben die Seniorentages-Pflegestätte bis Anfang dieses Jahrzehnts betrieben, die wir durch die zunehmende professionelle Konkurrenz aufgeben mussten.

Auf viele Dinge, die uns vielleicht alltäglich erscheinen, weil sie getragen von vielen Menschen gut laufen, können wir stolz sein, den Teekeller „Quelle“, den Kindergot­tesdienst und den  Kleinkindergottesdienst, die im wesentlichen auf ehrenamtlicher Basis organisiert sind, vielfältige Kinder- und Familienarbeit, qualitativ hochwertige Kirchenmusik in Chören und Instrumentalgruppen die Entwicklung unserer Konfiar­beit, Flüchtlingsinitiativen, interreligiöse Begegnungen, Pilgern und vieles mehr.

Ein großer Fortschritt ist die Belebung der Friedenskirche durch die PAX Jugendkir­che, die nun schon drei Jahre aktiv ist. Dies gibt uns die Chance, bei der Sanierung der Friedenskirche voranzukommen, aktuell wird der Fußboden neu aufgebaut.

Damit sind wir schon beim Ausblick, die Arbeit nimmt nicht ab. Derzeit bereiten wir als Gemeinde mit Unterstützung des Michaeliskirchvereins eine umfassende Sanie­rung der Michaeliskirche vor, für die wir jede Unterstützung brauchen. Auch die neue Strukturreform der Landeskirche, für die wir eine Kooperation mit der So­phienkirchgemeinde vorbereiten, bindet viele Kräfte, sie soll aber unserer positiven Entwicklung nicht entgegen stehen.

Mit Gottes großer Hilfe und unserer Kraft können wir, denke ich, getrost in eine gute Zukunft blicken.