Nachruf für Johannes Spenn

1952-2026

Wer in einen unserer Gottesdienste kam, traf im Eingangsbereich oft auf Johannes Spenn. Für viele wurde er zum ersten persönlichen Kontakt in unserer Gemeinde und öffnete die Tür für eigenes Engagement. Schon seit August 2025 hatte er sich wegen einer schweren Krankheit aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und wurde von vielen vermisst. Nach mehreren Monaten zwischen Zuversicht und Rückschlägen ist er am Abend des 6. Februars verstorben. Fast bis zuletzt hat er seine kämpferische Art, mit der er sich für so Vieles eingesetzt hat, nicht verloren. In unserer Gemeinde war sein Engagement so vielfältig, dass es schwerfällt, es vollständig zu erfassen. 

Vom Umfang her hat es zeitweise einer vollen Stelle entsprochen. Seine besondere Leidenschaft galt dem diakonischen Einsatz, dem Gemeindeaufbau, dem Gottesdienst und der Kirchenmusik

Schon beruflich war er der Diakonie verbunden und hat als Referent beim Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland gearbeitet. Im Ruhestand hat er dieses Engagement fortgesetzt und in unserer Gemeinde die Leitung des Diakonieausschusses übernommen. Dabei lag ihm besonders der TeeKeller Quelle am Herzen, zu dem er regelmäßig den Kontakt gepflegt hat. Ebenso hat er die Leitung des Besuchsdienstes übernommen. Als Mitglied des Kirchenvorstands war er in die Kirchenbezirkssynode gewählt worden. Außerdem war er im Gemeindeaufbauausschuss und hat sich dort in besonderer Weise für die Entwicklung von Ideen für das geplante Neubaugebiet am Eutritzscher Freiladebahnhof eingebracht. Er war im Vorbereitungskreis für die Interreligiösen Veranstaltungen und hat dort die organisatorischen Aufgaben für unsere Gemeinde übernommen. In seiner Hand lag die Koordination der verschiedenen Dienste für den Gottesdienst, wo er in Coronazeiten und an besonderen Tagen wie Heiligabend organisatorische Meisterleistungen vollbracht hat. Inhaltlich hat er sich beim Kanzelredenteam eingebracht. Er war ein interessierter Predigthörer, der den Vikarinnen wertvolle Rückmeldungen gegeben hat. Nicht selten hat er selbst den Küsterdienst übernommen, wenn der hauptamtliche Küster verhindert war – oder bei kleineren monatlichen Formaten wie der Andacht „Durchatmen“ oder der Komplet. Das gleiche gilt für kirchenmusikalische Veranstaltungen, wo er die Vor- und Nachbereitung des Kirchenraums sowie den Einlass organisiert oder selbst übernommen hat. Dabei hat er immer auf ein stilvolles Äußeres geachtet und sich selbst eher im Hintergrund gehalten. Die wöchentliche Orgelmusik in den Sommermonaten mit Studierenden des kirchenmusikalischen Instituts wäre ohne ihn nicht denkbar gewesen. Er hat die jeweils spielenden Studierenden betreut und sich für deren musikalische Entwicklung interessiert. Über seine Kontakte konnten sogar kurzfristige Vertretungen für die musikalische Gestaltung von Gottesdiensten gefunden werden. Er war ein Kenner und Liebhaber der Musik und war auch regelmäßig im Gewandhaus anzutreffen, wo er Mitglied der Gesellschaft der Freunde des Gewandhauses zu Leipzig e. V. war.

Wann immer im Kirchenvorstand oder in der Gemeinde eine Aufgabe zu übernehmen war, hat er sich zur Verfügung gestellt. Auf seine Zusagen war Verlass. Wir verlieren mit ihm in unserem Redaktionsteam für die Gemeindenachrichten einen wichtigen Kommunikator, der nicht nur Artikel geschrieben, sondern auch akribisch die kleinen Informationen zusammengetragen hat. Bei der Einführung eines neuen Gestaltungsprogramms für das Blatt war er eine treibende Kraft. 

Wir sind ihm unendlich dankbar dafür und für sein einfühlsames Zuhören, für alle Tatkraft, Weitsicht und für manches ungeduldige Drängeln, das uns vorangebracht hat. Seine Arbeit wird noch lange Früchte tragen, aber er wird uns fehlen.